Millionen gebrauchter Akkus landen in Österreich im Restmüll – mit gefährlichen Folgen. „Das ist pure Vergeudung wertvoller Rohstoffe und zugleich brandgefährlich“, warnt die VÖA – Vereinigung der öffentlichen Abfallwirtschaftsbetriebe. Die Organisation, von deren Dienstleistungen österreichweit rund sechs Millionen Bürgerinnen und Bürger profitieren, verzeichnet eine Verdoppelung der entsorgten Lithium-Ionen-Akkus in den vergangenen zehn Jahren. Die Folgen sind teils dramatisch: Die Zahl der Brände in heimischen Abfallbetrieben hat sich im selben Zeitraum mehr als verfünffacht. www.voea.at
Jedes Jahr wandern rund drei Millionen Lithium-Ionen-Akkus in den Restmüll statt in die Sammelstelle. Bereits ein oder zwei beschädigte Exemplare reichen aus, um mitten im Abfallberg ein Feuer zu entfachen. Wie schnell ein Unfall passieren kann, zeigt ein alltägliches Beispiel: Ein achtlos entsorgter Plüschteddybär mit eingebautem Akku wird im Entsorgungsprozess gequetscht – die noch gespeicherte Energie entlädt sich schlagartig, und es brennt. Für Feuerwehren sind solche Brände besonders schwer zu bekämpfen, weil buchstäblich Tonnen von Material darüber lagern. Ein drastisches Beispiel ist der Großbrand im Sommer 2025 in einer Recyclinganlage in Nussdorf-Debant im Bezirk Lienz, der erst nach mehreren Tagen gelöscht werden konnte. Auch die Brandschadensstatistik der österreichischen Brandverhütungsstellen zeichnet ein klares Bild: Fast jeder sechste Brand im Land wird inzwischen durch elektrische Energie verursacht, wobei immer öfter Lithium-Ionen-Akkus die Ursache sind.
Millionenschäden treiben Abfallgebühren in die Höhe
Besonders betroffen sind die kommunalen Behandlungsanlagen für Restmüll. VÖA-Geschäftsführer Dr. Ferdinand Koch macht auf die wirtschaftlichen Konsequenzen aufmerksam: „Die durch achtlos entsorgte Batterien verursachten Schäden belaufen sich oft in Millionenhöhe – Kosten, die letztendlich unsere Abfallgebühren in die Höhe treiben. Außerdem wird es durch die häufigen Brände immer schwieriger, überhaupt eine Versicherung für Abfallbehandlungsanlagen zu bekommen.“
Appell an Bevölkerung: Richtig entsorgen statt achtlos wegwerfen
Batterien aller Art gehören in die getrennte Sammlung – bei Lithium-Ionen-Akkus ist dabei besondere Vorsicht geboten. Diese lassen sich leicht von herkömmlichen Haushaltsbatterien unterscheiden: Sie tragen den Aufdruck „Li-Ion-Akku“ sowie einen Hinweis auf Recycling oder den Ladevorgang. Einwegbatterien hingegen sind mit „Alkaline“ oder „Alkali“ beschriftet, deutlich schwerer und je nach Größe mit „AAA“ oder „AA“ bezeichnet – ein Hinweis auf Wiederaufladbarkeit fehlt bei ihnen. Wichtig beim Entsorgen von Li-Ion-Akkus: Die Pole und allfällige Kabel müssen abgeklebt werden, um Kurzschlüsse und damit verbundene Brände zu verhindern.
Originalzubehör und sachgerechte Nutzung schützen
„Akkus sind fester Bestandteil unseres Alltags in Beruf und Freizeit – sie machen uns mobil und unabhängig“, sagt VÖA-Präsidentin Dr. Alexandra Loidl. „Bei sachgemäßer Nutzung – also ohne Tiefentladung, Überladung, Beschädigung oder extreme Temperaturen – überwiegt klar der Komfort. Um Brände zu vermeiden, empfiehlt es sich außerdem, Geräte ausschließlich mit Originalzubehör zu betreiben.“
Wiederverwertung ist Gebot der Stunde
Rund 70 Prozent aller gesammelten Akkus werden über die kommunale Abfallwirtschaft entsorgt. Neben Lithium-Ionen-Akkus werden in den Altstoffsammelzentren auch Autobatterien gesammelt und verwertet – insgesamt rund 16.200 Tonnen KFZ-Batterien pro Jahr. Hinzu kommen PV-Batterien, ein Segment, das künftig stark wachsen wird. VÖA-Präsidentin Dr. Alexandra Loidl betont den Wert dieser Bemühungen: „Mit der sachgerechten Entsorgung können wertvolle Rohstoffe im Sinne der Kreislaufwirtschaft wiederverwertet werden.“
„Um die Problematik nachhaltig in den Griff zu bekommen, reicht bewusstes Konsumentenverhalten allein nicht aus. Was es braucht, ist ein nationaler Kraftakt, bei dem Abfallwirtschaft, Handel und Politik gemeinsam strukturelle Lösungen schaffen“, ist Ferdinand Koch überzeugt.
Über die VÖA
Die 2020 gegründete VÖA – Vereinigung öffentlicher Abfallwirtschaftsbetriebe ist die Interessensvertretung von 38 kommunalen Mitgliedsbetrieben, die ihrerseits über 6.000 Mitarbeitende beschäftigen und mit ihren Dienstleistungen mehr als sechs Mio. Österreicher:innen im Bereich der Abfall- und Kreislaufwirtschaft versorgen und dafür mehr als eine Milliarde EUR jährlich einsetzen. Als Innovationsplattform und Thinktank treibt die VÖA Ressourcen- und Umweltschonung sowie Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz konsequent voran, bringt ihr Expertenwissen in technischen und politischen Belangen ein und trägt zur Bewusstseinsbildung bei. Übergeordnetes Ziel ist es, eine zukunftsorientierte Abfallwirtschaft zu gestalten und eine auf Gemeinwohl basierte Daseinsvorsorge langfristig zu sichern. Präsidentin ist Dr. Alexandra Loidl, erster Vizepräsident ist DI Rainer Kronberger, Geschäftsführer ist Dr. Ferdinand Koch. https://www.voea.org/
Fotos beiliegend, Abdruck honorarfrei
BU1: Falsche Entsorgung von Akkus stellt große Gefahr für heimische Abfallwirtschaft dar © John Cameron Unsplash
BU2: Dr. Alexandra Loidl, VÖA Präsidentin © VÖA
BU3: Dr. Ferdinand Koch, VÖA Geschäftsführer © VÖA
Presseunterlagen & Bildmaterial
