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„Mit offenen Augen“: Europäische Kommission startet Kampagne zur Sensibilisierung für Opferrechte

von comm:unications
6. Juli 2026
in 2026, EU 2026, Juli 2026
„Mit offenen Augen“: Europäische Kommission startet Kampagne zur Sensibilisierung für Opferrechte
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Jede vierte Person in Europa wird jährlich Opfer einer Straftat, rund 22 Millionen Menschen erleben körperliche Gewalt – oft im unmittelbaren persönlichen Umfeld. Mit der europaweiten Kampagne „Mit offenen Augen“ (#EyesOpen) rückt die Europäische Kommission die Rechte von Opfern von Straftaten sowie bestehende Unterstützungsangebote stärker ins Bewusstsein. Die Kampagne richtet sich in erster Linie an Betroffene sowie an deren unmittelbares Umfeld – Familie, Freunde und Angehörige – und ruft dazu auf, hinzuschauen, statt wegzuschauen. In Österreich machte die Kampagne mit einem interaktiven Stand am 4. Juli beim Donauinselfest in Wien Station, um das gesellschaftliche Bewusstsein für Solidarität und mehr Zivilcourage zu stärken. Der Zuspruch gab der Kampagne recht: Über 600 Interessierte fanden den Weg zum Stand.

Die Europäische Kommission hat ihre Kampagne zur Sensibilisierung für die Rechte von Opfern von Straftaten gestartet und macht damit auf die bestehenden Hilfsangebote in Österreich aufmerksam. Bei der Auftaktveranstaltung setzten unter anderem Vertreterinnen österreichischer Opferschutzorganisationen – wie der Männerberatung Wien – sowie die Autorin und Bloggerin Christiana Krivan und die Influencerinnen Lena Samonik und Chia Mete ein Zeichen: Sie nahmen an der „Mit offenen Augen-Challenge“ teil und blickten Standbesuchern möglichst lange direkt in die Augen. Die Botschaft dahinter: hinschauen statt wegschauen, wenn im eigenen Umfeld Straftaten passieren – und Betroffene unterstützen. Über 150 Personen taten es ihnen gleich und setzten mit ihrer Teilnahme ein Zeichen für den Opferschutz.

Die Kampagne fußt auf der EU-Strategie für Opferrechte. Diese soll die Grundrechte aller Opfer von Straftaten fördern und schützen. Die Europäische Kommission arbeitet derzeit an einer Verlängerung der Strategie.

„Straftaten können tiefgreifende und anhaltende Auswirkungen auf Opfer haben. Sie müssen gehört, unterstützt und während ihres gesamten Weges durch das Strafjustizsystem mit Respekt und Fairness behandelt werden. Dafür braucht es sowohl starke gesetzliche Rahmenbedingungen und politische Maßnahmen als auch das aktive Engagement der gesamten Gesellschaft. Nur so können Opferrechte auch tatsächlich greifen. Die Kampagne ‚Mit offenen Augen‘ (Eyes Open) soll das Bewusstsein für Opferrechte stärken und Bürgerinnen und Bürger dazu ermutigen, ein unterstützendes Umfeld für Betroffene zu schaffen. Wachsamkeit und Bewusstsein sind wichtige Schritte, um Schutz, Unterstützung und Gerechtigkeit für alle Opfer zu stärken“, so Michael McGrath, EU-Kommissar für Demokratie, Justiz, Rechtsstaatlichkeit und Verbraucherschutz.

Vor dem Start der Kampagne ließ die Europäische Kommission in Österreich eine Studie unter 18- bis 30-Jährigen durchführen. Ziel war es, das Bewusstsein für Opferrechte sowie die Wahrnehmung von Unterstützungsangeboten zu erheben und herauszufinden, wie gut junge Menschen über Hilfsangebote und Möglichkeiten zur Meldung von Straftaten informiert sind.

Die Studie zeigt, dass 55 % der Befragten in Österreich nicht wissen, dass Opfer von Straftaten in der EU durch spezifische Rechte geschützt sind, und weniger als ein Drittel mit diesen Rechten vertraut ist.

Die Kampagne soll dazu beitragen, die Opfer sowie ihren Familien- und Freundeskreis über Rechte im Fall einer Straftat aufzuklären und aufzeigen, wie sie Unterstützung erhalten können.

Dieselbe Studie zeigt, dass 91 % der Befragten in Österreich Opfern empfehlen würden, Unterstützungsangebote in Anspruch zu nehmen.

Die Kampagne stärkt nicht nur das Bewusstsein für die Rechte von Opfern, sondern informiert Betroffene und ihr Umfeld auch gezielt über konkrete Unterstützungsangebote und Anlaufstellen. Alle Informationen zu Straftaten, Opferrechten und Unterstützungsorganisationen in Österreich finden Sie unter: https://victims-rights.campaign.europa.eu/de/country/austria


Hintergrundinformationen: Opfer sind in der EU geschützt
In der EU haben alle Opfer folgende grundlegende Rechte:

  • Das Recht, verstanden zu werden und zu verstehen: Jegliche Kommunikation mit Opfern muss klar und leicht verständlich sein.
  • Das Recht auf Information: Opfer haben das Recht, Informationen über Unterstützungsangebote, Entschädigungsmöglichkeiten, wiedergutmachende
  • Gerechtigkeit, Schutzmaßnahmen, die Meldung von Straftaten sowie Rechtsberatung zu erhalten.
  • Das Recht auf Unterstützung: Alle Opfer haben das Recht auf kostenlose und vertrauliche Unterstützung.
  • Das Recht auf Beteiligung an Strafverfahren: Opfer haben das Recht, an Strafverfahren teilzunehmen.
  • Das Recht auf Schutz und individuelle Bewertung: Opfer und ihre Familienangehörigen haben das Recht auf Schutz vor sekundärer und wiederholter Viktimisierung, Einschüchterung, Vergeltung und emotionaler Schädigung.

EU-Gesetzgebung zum Schutz von Opfern von Straftaten
Im Jahr 2012 hat die Europäische Kommission die Richtlinie über die Rechte von Opfern verabschiedet. Diese legt Mindeststandards für die Rechte von Opfern von Straftaten fest und definiert, welche Unterstützung und welcher Schutz ihnen zur Verfügung stehen sollten.
Die vorläufig vereinbarte überarbeitete Version der Richtlinie über die Rechte von Opfern soll den Zugang zu Informationen über Hotlines verbessern, durch stärkere individuelle Bedarfsprüfungen einen besseren Schutz gewährleisten und die Unterstützung für besonders schutzbedürftige Opfer (darunter auch Kinder) ausbauen. Außerdem soll sie die Beteiligung von Opfern an Strafverfahren stärken und den Zugang zu Entschädigungen erleichtern. Gleichzeitig bereitet die Europäische Kommission eine neue EU-Strategie für Opferrechte vor, um den politischen Rahmen in diesem Bereich weiter zu stärken.

Zur Studie: Das Beratungsunternehmen ICF International führte eine Basisstudie durch, um das Bewusstsein und die Wahrnehmung von Opferrechten sowie die Kenntnisse über verfügbare Unterstützungsangebote und Möglichkeiten zur Meldung von Straftaten zu untersuchen. Die Online-Befragung wurde in sieben EU-Mitgliedstaaten durchgeführt und umfasste mehr als 2.800 Antworten, wodurch aussagekräftige Ergebnisse gewonnen werden konnten.


Bildmaterial und Kampagneninformation 

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Tel.: +43 (0)1 315 14 11-0
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